Die Geschichte des Wasserberghauses
Ein Wanderheim ohne Zufahrt, gebaut mit Losen zu einer Mark und Wasser aus einer Quelle 80 Meter tiefer. Was sich über die Geschichte des Wasserberghauses sicher sagen lässt – und wo sich die Quellen widersprechen.

Das Wasserberghaus steht am östlichen Ende des Wasserbergs, direkt am Albtrauf über Schlat und dem Filstal. Gebaut hat es der Schwäbische Albverein in den 1920er-Jahren, und bis heute gehört es dem Verein. Diese Seite erzählt seine Geschichte nach den Quellen, die sich prüfen lassen.
Diese Website ist nicht das Wasserberghaus. Sie ist ein unabhängiger Wanderführer. Öffnungszeiten, Speisekarte und Zimmer des Wanderheims findest du auf wasserberghaus.com.
Warum ausgerechnet auf dem Wasserberg
Der Wasserberg ist 750,6 Meter hoch, sein Gipfel liegt auf Schlater Gemarkung. Für ein Wanderheim sprachen damals zwei Dinge, die man heute noch nachvollziehen kann: der weite Blick ins Filstal und hinüber zu den Kaiserbergen und eine Quelle in der Nähe. Ohne Wasser, so berichtet es der Chronist des Baus, wäre ein Haus auf dem Berg zu teuer oder gar nicht zu machen gewesen.
Der Albverein hatte sich seit seiner Gründung 1888 zuerst um die Wege am Albtrauf gekümmert. Wanderheime an diesen Wegen gehörten bald dazu. Mehr zum Verein steht auf der Seite über den Schwäbischen Albverein.
Bau mit Losen und Pferdefuhrwerken
Die Baugeschichte ist vor allem durch einen Bericht der Geislinger Zeitung überliefert, auf den sich die frühere Website der Hütte stützte. Danach lief es so:
| Schritt | Was die Überlieferung sagt |
|---|---|
| Grundsteinlegung | 10. August 1924 |
| Bauzeit | etwa ein Dreivierteljahr, 13 Handwerksbetriebe aus der Umgebung |
| Transport | Baumaterial von Hand oder mit Pferdefuhrwerken auf den Berg |
| Finanzierung | Lotterie mit 50 000 Losen zu je einer Mark, dazu ein Zuschuss des Hauptvereins |
| Baukosten | 49 050 Mark, davon 31 300 Mark aus der Lotterie und 16 775 Mark Zuschuss |
| Einweihung | 17. Mai 1925 |
Die Lotterie brachte mehr ein als geplant, weil viele Mitglieder auf ihre Gewinne verzichteten. Als Chronist und Architekt nennt die Überlieferung Richard Gruber aus Eislingen.
Wasser aus 80 Metern Tiefe
Der Name des Bergs täuscht: Oben gibt es kein Wasser. Die Quelle lag rund 200 Meter vom Haus entfernt und etwa 80 Meter tiefer. Ein hydraulischer Widder – eine Pumpe, die allein mit der Kraft des fließenden Wassers arbeitet – drückte nach dem Bericht bis zu 2000 Liter am Tag in zwei Behälter unter dem Dach. Das reichte für ungefähr 50 Wanderer, für die Schlafplätze eingerichtet wurden. Inzwischen wird das Brauchwasser, so derselbe Bericht, von Schlat heraufgepumpt.
1925 oder 1926?
Wer nachliest, findet zwei Jahreszahlen. Die Geislinger Zeitung nennt die Einweihung am 17. Mai 1925. Der Albverein schreibt auf seiner Seite zum Wanderheim, das Haus sei «1926 vom Schwäbischen Albverein erbaut und 1966 erweitert» worden; Wikipedia übernimmt 1926. Wir können den Widerspruch nicht auflösen und nennen deshalb beide Angaben. Unstrittig ist der Anbau von 1966.
Vom Jugendtreffpunkt zum Gästehaus
Im Untergeschoss richtete man von Anfang an eine Jugendherberge ein. Für die Jugend aus Schlat wurde das Haus so vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg zum Treffpunkt. 1966 kam ein Gästehaus dazu. Seitdem bietet das Wanderheim Gruppenräume und Einzel- und Doppelzimmer; welche Zimmer es heute gibt, steht auf der Seite zum Übernachten im Wasserberghaus.
2015 wurden laut der früheren Hüttenseite die Fassade gestrichen und die Fenster erneuert.
Die Pächter
Der Albverein verpachtet das Haus. Die frühere Website zählte die Pächterpaare: Georg und Erika Köpf übernahmen im April 2003 als sechstes Paar, ihr Sohn Philipp Köpf und Andrea Siehler im Oktober 2015 als siebtes. Heute führen Martin und Michaela Gansloser das Haus; so nennt sie die Seite des Albvereins. Mit dem Pächterwechsel ist die Hütte auch online umgezogen, auf wasserberghaus.com.
Das Wasserberghaus ist eines von mehreren Häusern des Vereins. Einen Überblick gibt die Seite über die Wanderheime des Albvereins. Wo genau das Haus liegt und wie man es ohne Zufahrt erreicht, steht unter Lage und Anfahrt zum Wasserberghaus. Alles Weitere über das Haus findest du im Bereich Das Wasserberghaus.
Häufige Fragen
Wann wurde das Wasserberghaus gebaut?
Die Grundsteinlegung war nach der Geislinger Zeitung am 10. August 1924, die Einweihung am 17. Mai 1925. Der Albverein und Wikipedia nennen 1926 als Baujahr. Wir können den Widerspruch nicht klären und nennen deshalb beide Angaben.
Wem gehört das Wasserberghaus?
Dem Schwäbischen Albverein, der es gebaut hat. Bewirtschaftet wird es von Pächtern. Heute sind das laut Albverein Martin und Michaela Gansloser.
Wie wurde der Bau bezahlt?
Mit einer Lotterie: 50 000 Lose zu je einer Mark für die Mitglieder und Ortsgruppen des Albvereins. Sie brachte 31 300 Mark, der Hauptverein gab 16 775 Mark dazu. Die Baukosten lagen bei 49 050 Mark.
Woher kommt das Wasser auf dem Wasserberg?
Ursprünglich aus einer Quelle etwa 80 Meter unterhalb des Hauses. Ein hydraulischer Widder pumpte bis zu 2000 Liter am Tag hinauf. Heute wird das Brauchwasser von Schlat heraufgepumpt.
Ist diese Website die Seite der Hütte?
Nein. Das ist ein unabhängiger Wanderführer. Die Hütte selbst, mit Öffnungszeiten, Speisekarte und Reservierung, findest du unter wasserberghaus.com.