Wallfahrtskirche Ave Maria bei Deggingen
Eine spätbarocke Kirche unter Linden, eine Madonna aus dem 15. Jahrhundert und eine ältere Kapelle 200 Meter weiter oben im Quellgebiet. Was Ave Maria ausmacht und was sich seit 2018 geändert hat.
Ave Maria ist eine Wallfahrtskirche mit angebautem Kloster im oberen Filstal. Sie steht auf der Gemarkung von Deggingen im Landkreis Göppingen, etwas abseits der B 466, und ist laut Wikipedia auch unter dem Namen Ave Maria (Tugstein) bekannt. Die Gemeinde Schlat beschreibt sie als Ausflugsziel «gleich über den Berg» – vom Wasserberg aus liegt Deggingen auf der anderen Seite des Albtraufs.
Bau und Ausstattung
Die Kirche wurde von 1716 bis 1718 erbaut, ihren Namen hat sie von den Anfangsworten des biblischen Grußes. Die Gemeinde Deggingen nennt sie ein Kleinod des deutschen Spätbarocks.
| Teil | Angabe |
|---|---|
| Hochaltar und Stuck | Ulrich Schweizer und sein Sohn Johann Jakob Schweizer, Bildhauer aus Deggingen |
| Fresken | Josef Wannenmacher (1722–1780) |
| Seitenaltarbilder | Martin von Valckenborch; Rudolf von Helfenstein brachte sie aus Rom mit |
| Gnadenbild | spätgotische Madonna eines unbekannten Meisters, 15. Jahrhundert |
| Orgel | 1969 von Franz Heissler in ein Gehäuse von 1718 eingebaut, 16 Register (Wikipedia) |
Das Geschlecht dieses Stifters, die Helfensteiner, saß auch auf der Hiltenburg über Bad Ditzenbach, wenige Kilometer talaufwärts.
Alt Ave: die ältere Kapelle
Rund 200 Meter oberhalb der Barockkirche steht in einem wasserreichen Quellgebiet die Kapelle «Alt Ave». Nach der Gemeinde ist sie der älteste Zeuge einer Wallfahrt, die bis ins frühe Mittelalter zurückreicht. Um 1450 wurde an sie eine gotische Kirche angebaut, die in der Reformationszeit zerstört und nach dem Neubau der Barockkirche ganz abgebrochen wurde.
Kapuziner bis 2018
1929 vertraute der Bischof von Rottenburg die Seelsorge in Ave Maria den Kapuzinern an; 1932 bauten die ersten beiden Brüder das Kloster neben der Kirche. Hier widersprechen sich die Quellen: Wikipedia beschreibt noch heute Kapuziner vor Ort. Die Gemeinde Deggingen schreibt dagegen, die Kapuziner seien am 28. Oktober 2018 auf eigenen Wunsch verabschiedet worden; die Wallfahrtsseelsorge liege wieder bei der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Wir folgen der Gemeinde als der jüngeren Quelle.
Wallfahrt und Besuch
Gepilgert wird vor allem an sechs Marienfesten im Kirchenjahr. Seit den 1950er-Jahren baut man zum Advent eine große Weihnachtskrippe auf, 2007 wurde sie restauriert. Gottesdienstzeiten und Termine nennen wir nicht; sie stehen bei der Pfarrei und der Gemeinde. Ave Maria ist eine Kirche, kein Museum: Während der Gottesdienste gilt Rücksicht.
Vom Wasserberg nach Deggingen
Der Albverein nennt auf seiner Seite zum Wasserberghaus eine Wanderung, die durch Deggingen führt: Fuchseck – Hochalb – Deggingen – Nordalb – Gairensattel – Wasserberghaus, 17 km. Eine Gehzeit gibt er nicht an. Diese Website ist nicht das Wasserberghaus; ob es am Ziel geöffnet hat, steht auf wasserberghaus.com. Vor dem Aufbruch: Wege ändern sich und können gesperrt sein; prüfe die Lage, nimm eine Karte mit, im Notfall 112.
Wer im Tal bleibt, findet talabwärts das Heilbad Bad Überkingen. Eine zweite barocke Wallfahrtskirche steht übrigens auf dem Rechberg, bei der Burgruine Hohenrechberg. Mehr Ziele zeigt die Übersicht der Ausflugsziele, und alles rund um den Berg der Wanderführer Wasserberg.
Häufige Fragen
Wann wurde die Wallfahrtskirche Ave Maria gebaut?
Von 1716 bis 1718. Das Kloster daneben entstand 1932, nachdem die Kapuziner 1929 die Seelsorge übernommen hatten.
Zu welcher Gemeinde gehört Ave Maria?
Zu Deggingen im Landkreis Göppingen. Wikipedia führt «Kirche und Kloster Ave Maria (Tugstein)» als Teil der Gemeinde.
Gibt es noch Kapuziner in Ave Maria?
Laut Gemeinde Deggingen nicht mehr: Sie wurden am 28. Oktober 2018 verabschiedet. Wikipedia beschreibt noch Kapuziner vor Ort; die Angaben widersprechen sich.
Was ist Alt Ave?
Eine Kapelle etwa 200 Meter oberhalb der heutigen Kirche in einem Quellgebiet. Sie gilt als ältester Zeuge der Wallfahrt.
Wie weit ist es vom Wasserberg nach Ave Maria?
Eine direkte Strecke nennen die Quellen nicht. Der Albverein beschreibt eine 17 km lange Runde über Fuchseck, Deggingen und Nordalb zum Wasserberghaus.