Der Hohenstaufen: Kaiserberg und Burgruine der Staufer
Ein Kegel vor dem Albtrauf, auf dem eine der bekanntesten Burgen Süddeutschlands stand – und von der heute vor allem Fundamente und ein weiter Blick bleiben. Was du über den Hohenstaufen wissen solltest, bevor du hinaufgehst.

Der Hohenstaufen ist ein 684 Meter hoher Zeugenberg bei Göppingen, der Schwäbischen Alb vorgelagert und von weit her an seiner Kegelform zu erkennen. Er ist der westlichste der Drei Kaiserberge; die anderen beiden sind der Rechberg und der Stuifen. Auf seinem Gipfel stand die Stammburg der Staufer, des Geschlechts, aus dem Friedrich Barbarossa kam. Wer vom Albtrauf am Wasserberg nach Norden schaut, hat den Hohenstaufen im Blick: Der Schwäbische Albverein beschreibt die Lage des Wasserberghauses ausdrücklich mit «weiter Sicht ins Filstal und zu den Dreikaiserbergen».
Diese Seite stellt den Berg als einzelnes Ziel vor. Wie man die drei Gipfel an einem Tag verbindet, steht auf der Seite zur Wanderung über die Drei Kaiserberge.
Was der Name bedeutet
Zur Herkunft des Namens gibt es zwei Lesarten, und beide gehen von der Form des Bergs aus. Der Wikipedia-Artikel zum Berg leitet «Stauf» von einem alten Wort für einen steilen, kegelförmigen Berg ab. Der Artikel zur Burg verbindet «Stauf» mit einem Trinkgefäß, dem der Berg umgedreht ähnle. Erst im 14. Jahrhundert setzte sich «Hohenstaufen» als Name für Berg und Burg durch; das Dorf am Hang hieß noch eine Weile einfach Staufen.
Die Burg Hohenstaufen in Daten
Besiedelt war der Gipfel lange vor der Burg. Grabungen fanden Spuren aus der Bronzezeit und der späten Hallstattzeit, 2003 außerdem ein Bestattungsareal aus dem frühen Mittelalter. Die wichtigsten Stationen der Burg selbst:
| Jahr | Ereignis laut Wikipedia |
|---|---|
| um 1070 | Bau durch Friedrich I. von Schwaben, wohl auf einer älteren Befestigung |
| 11. Mai 1181 | Friedrich Barbarossa stellt «in castro Stoufen» eine Urkunde aus – sein einzig belegter Aufenthalt auf der Burg |
| 27. August 1208 | Königin Irene, Witwe Philipps von Schwaben, stirbt auf der Burg |
| 1268 | nach dem Ende der Staufer Reichsburg |
| April/Mai 1525 | im Bauernkrieg geplündert und niedergebrannt |
| ab 1555 | die Ruine dient als Steinbruch für das Göppinger Schloss |
| 1936–1938, 1967–1971 | Fundamente freigelegt und gesichert |
Beim Datum der Zerstörung sind sich die Quellen nicht einig: genannt werden der 29. April 1525 und, nach einer anderen Überlieferung, der frühe Nachmittag des 1. Mai 1525. Unstrittig ist, dass vom frühen 19. Jahrhundert an oberirdisch nichts mehr zu sehen war.
Was du oben heute siehst
Wer eine stehende Burg erwartet, wird enttäuscht. Die Burgruine Hohenstaufen besteht aus freigelegten und gesicherten Mauerzügen; erkennbar ist die Teilung in Kernburg und Vorburg, dazu die Grundfläche des Bergfrieds mit zehn Metern Seitenlänge und Reste von Buckelquadermauerwerk. Den eigentlichen Reiz macht die Aussicht aus.
- Eine Tafel auf dem Gipfel erklärt das Panorama.
- Seit dem 1. Juni 2002 erinnert eine Stauferstele an die Stauferzeit.
- Auf dem Berg gibt es ein Ausflugsrestaurant; ob und wann es geöffnet hat, erfährst du nur beim Betrieb selbst.
- Am Südwesthang liegt das Naturschutzgebiet «Spielburg», eine Felsgruppe aus Weißjura – dort gelten die Regeln des Schutzgebiets.
Am Fuß des Bergs, im Göppinger Stadtbezirk Hohenstaufen, erzählt seit 1977 ein Dokumentationsraum die Geschichte von Burg und Geschlecht. Gleich daneben steht die Pfarrkirche St. Jakob, bekannt als Barbarossakirche.
Hohenstaufen-Wanderung: der Weg auf den Gipfel
Mit dem Auto kommst du nicht auf den Gipfel. Laut Wikipedia ist er nur zu Fuß erreichbar, am kürzesten vom gleichnamigen Ort Hohenstaufen aus, der auf rund 603 Metern am Südhang liegt. Der Höhenunterschied zum Gipfel ist also überschaubar; eine Gehzeit nennen die Quellen nicht, sie hängt von Tempo und Pausen ab.
| Ausgangspunkt | Was die Quellen sagen |
|---|---|
| Ort Hohenstaufen (Göppingen) | kürzester Aufstieg, Höhe des Orts 603 m ü. NN |
| Drei Kaiserberge | keine markierte Gesamttour in unseren Quellen; die Gipfelwege lassen sich mit der Karte verbinden |
| Wasserberg am Albtrauf | kein direkter Weg, aber Sichtverbindung über das Filstal |
Vor dem Aufbruch: Wege ändern sich und können gesperrt sein. Prüfe die aktuelle Lage, nimm eine Wanderkarte mit und denk an die Notrufnummer 112.
Wie der Hohenstaufen in eine Tour am Albtrauf passt
Vom Wasserberg aus liegen die Kaiserberge im Norden, jenseits des Filstals. Für eine Tagestour sind beide Ziele nicht gedacht; besser plant man sie getrennt. Wer im Raum Göppingen unterwegs ist, kann den Hohenstaufen gut mit dem Nachbarn verbinden: Auf dem Rechberg steht mit der Burg Hohenrechberg eine deutlich besser erhaltene Ruine, die ebenfalls von Dienstleuten der Staufer stammt.
Auf der anderen Seite des Filstals führt der Weg zurück zum Trauf: Von Schlat am Fuß des Wasserbergs siehst du den Kegel am Horizont, und im oberen Filstal erinnert die Burgruine Hiltenburg an ein anderes Grafenhaus, die Helfensteiner. Weitere Ziele in der Umgebung sammelt die Übersicht der Ausflugsziele rund um den Wasserberg.
Schutz und Landschaft
Die Drei Kaiserberge bilden zusammen mit Aasrücken und Rehgebirge seit dem 4. Oktober 1971 ein Landschaftsschutzgebiet. Der Gipfelbereich ist zugleich ein Bodendenkmal: Schon der Bau einer Betonhütte 1976/77 verursachte nach Wikipedia Schäden an der Substanz. Bleib deshalb auf den Wegen und klettere nicht auf die Mauern.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Hohenstaufen?
Der Gipfel liegt laut Wikipedia auf 684 Metern ü. NHN. Damit ist er der niedrigste der Drei Kaiserberge; der Rechberg erreicht 708 Meter, der Stuifen 757 Meter.
Kann man mit dem Auto auf den Hohenstaufen fahren?
Nein. Der Gipfel ist nur zu Fuß erreichbar. Der kürzeste Aufstieg beginnt im Göppinger Stadtbezirk Hohenstaufen am Südhang des Bergs.
Was ist von der Burg Hohenstaufen noch zu sehen?
Freigelegte und gesicherte Fundamente, die Gliederung in Kernburg und Vorburg und die Grundfläche des Bergfrieds. Die Mauern wurden nach dem Bauernkrieg 1525 als Steinbruch genutzt.
War Friedrich Barbarossa auf dem Hohenstaufen?
Belegt ist ein Aufenthalt am 11. Mai 1181, an dem er auf der Burg eine Urkunde für das Kloster Adelberg ausstellte. Ob er die Burg öfter besuchte, ist nicht nachgewiesen.
Sieht man den Hohenstaufen vom Wasserberg aus?
Ja. Der Albverein beschreibt die Lage am Wasserberg mit weiter Sicht ins Filstal und zu den Dreikaiserbergen, zu denen der Hohenstaufen gehört.