Burg Hohenrechberg: die Ruine auf dem mittleren Kaiserberg
Die besser erhaltene der beiden Stauferburgen auf den Kaiserbergen hat Bauernkrieg und Franzosen überstanden – und brannte erst 1865 nach einem Blitzschlag aus. Was am Rechberg zu sehen ist und was die Quellen dazu sagen.

Der Hohenrechberg ist die Ruine einer mittelalterlichen Burg auf dem Rechberg, einem der Drei Kaiserberge zwischen Göppingen und Schwäbisch Gmünd. Die Burg liegt laut Wikipedia auf 644,2 Metern an der westlichen Schulter des Bergs, der selbst 708 Meter erreicht. Unterhalb liegt der Ort Rechberg, heute ein Stadtteil von Schwäbisch Gmünd, rund fünf Kilometer südlich der Stadt.
Diese Seite behandelt den Rechberg als einzelnes Ziel. Wie sich alle drei Gipfel verbinden lassen, beschreibt die Seite zur Drei-Kaiserberge-Wanderung.
Geschichte der Burg Hohenrechberg
Erbaut wurde die Burg als Sitz staufischer Dienstleute. Ihr Name ging auf das Geschlecht über, das sie bewohnte: die späteren Grafen von Rechberg. Die wichtigsten Daten nach dem Wikipedia-Artikel zur Burg:
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1179 | Ulrich von Rechberg erstmals genannt, vermutlich der Erbauer |
| 1200–1250 | Bauzeit der Burg |
| 1355 | erste Erwähnung der Burg selbst |
| 1525 | im Bauernkrieg verschont |
| 1648 und 1796 | von französischen Truppen besetzt, nicht zerstört |
| 6. Januar 1865 | Brand nach Blitzschlag, seither Ruine |
| 1986 | Verkauf aus Familienbesitz an einen Göppinger Privatmann |
Der Kontrast zum Nachbarberg ist auffällig. Während die Bauern 1525 die Burg Hohenstaufen und die Klöster Lorch und Adelberg niederbrannten, blieb der Hohenrechberg unbehelligt. Deshalb steht hier bis heute deutlich mehr Mauerwerk als auf dem Hohenstaufen.
Was du an der Ruine siehst
Die Anlage ist unregelmäßig und vieleckig. Wikipedia nennt als Bestandteile:
- eine Ringmauer aus Buckelquadern,
- einen staufischen Palas neben dem rechteckig vorspringenden Torbau,
- einen 30 Meter tiefen Burgbrunnen,
- die Burgkapelle, die seit 1806 nicht mehr genutzt wird.
Im Vorhof liegt nach dem Artikel zum Stadtteil Rechberg eine Burgschänke. Die Ruine ist in Privatbesitz; ob sie zugänglich ist und zu welchen Zeiten, erfährst du nur vor Ort oder beim Eigentümer. Wir nennen bewusst keine Zeiten und Preise.
Rechberg: Kirchberg, Wallfahrt und Geologischer Pfad
Der Berg hat zwei Gipfel, den Schloßberg mit der Ruine und den Kirchberg. Auf dem Kirchberg steht die barocke Wallfahrtskirche St. Maria Hohenrechberg, 1686 bis 1688 von Valerian Brenner erbaut; im Altar steht eine Marienfigur aus dem frühen 14. Jahrhundert. Den Weg von der Ruine hinauf zur Kirche säumt seit 1891 ein Kreuzweg.
| Weg | Angabe laut Wikipedia |
|---|---|
| Kreuzweg Ruine – Wallfahrtskirche | besteht seit 1891 |
| Geologischer Pfad Hölltal – Kirchberg | rund 5 km, 392 Höhenmeter, 24 Tafeln |
Zum Berg gehört auch eine Sage, die Wikipedia im Artikel zum Stadtteil erzählt: das «Klopferle vom Rechberg». Ein Hund soll Nachrichten zwischen Graf Ulrich II. und seiner Frau Anna getragen haben; als er mit leerer Tasche zurückkam, ahnte sie seinen Tod. Seither, so die Sage, klopft es, wenn ein Rechberger im Sterben liegt. Den treuen Hund findet man in Darstellungen der Familie bis ins 18. Jahrhundert.
Der Geologische Pfad erklärt, warum es den Berg überhaupt gibt: Der Rechberg ist ein Zeugenberg aus Oberjura-Gestein, das in einer tektonischen Grabenstruktur besser vor der Abtragung geschützt war als seine Umgebung.
Was der Rechberg mit dem Filstal zu tun hat
Vom Albtrauf am Wasserberg geht der Blick über das Filstal nach Norden zu den Kaiserbergen; der Albverein beschreibt genau diese Sicht. Die Verbindung ist aber auch eine historische. Die Herren von Rechberg setzten sich im Lautertal gegen die Grafen von Helfenstein durch und herrschten über Donzdorf, zu dessen Stadtgebiet heute der Weiler Kuchalb am Albsteig gehört. Die Helfensteiner wiederum saßen im oberen Filstal, unter anderem auf der Hiltenburg über Bad Ditzenbach.
Weitere Ziele in der Gegend findest du in der Übersicht der Ausflugsziele und auf der Startseite des Wanderführers Wasserberg.
Vor dem Aufbruch: Wege ändern sich und können gesperrt sein. Prüfe die aktuelle Lage, nimm eine Karte mit, und im Notfall gilt die 112.
Häufige Fragen
Wie hoch liegt die Burg Hohenrechberg?
Die Ruine liegt laut Wikipedia auf 644,2 Metern an der westlichen Schulter des Rechbergs. Der Gipfel des Bergs ist mit 708 Metern höher.
Warum ist die Burg eine Ruine?
Am 6. Januar 1865 löste ein Blitzschlag einen Brand aus. Vorher hatte die Burg Bauernkrieg, Schmalkaldischen Krieg und zwei französische Besetzungen überstanden.
Ist Hohenrechberg dasselbe wie Rechberg?
Nicht ganz. Rechberg heißt der Berg und der Stadtteil von Schwäbisch Gmünd an seinem Fuß; Hohenrechberg ist die Burg auf dem Berg.
Wem gehört die Burg Hohenrechberg?
Bis 1986 gehörte sie dem Adelsgeschlecht der Rechberger, dann wurde sie an einen Göppinger Privatmann verkauft. Den heutigen Stand konnten wir nicht prüfen.
Wie hoch ist der Rechberg im Vergleich zu den anderen Kaiserbergen?
Der Rechberg erreicht 708 Meter. Der Hohenstaufen ist mit 684 Metern niedriger, der Stuifen mit 757 Metern höher.