Diese Website ist nicht das Wasserberghaus. Sie ist ein unabhängiger Wanderführer zum Wasserberg und zum Albtrauf über dem Filstal. Öffnungszeiten, Speisekarte, Zimmer und Reservierung des Wanderheims: wasserberghaus.com.

Geislingen an der Steige: die Fünftälerstadt als Ausgangspunkt

Hier quert die Bahn seit 1850 die Schwäbische Alb, über der Altstadt steht der Ödenturm, und vom Bahnhof führt ein Weg des Albvereins bis zum Wasserberg. Geislingen aus der Sicht von Wanderern.

Aquarellskizze: Ein roter Regionalzug fährt in einer langen Kurve am bewaldeten Talhang bergauf, unten im engen Tal die Häuser einer Stadt, oben Kalkfelsen über dem Wald.
Aquarellskizze – künstlerische Ansicht, keine Fotografie.

Geislingen an der Steige ist nach Göppingen die zweitgrößte Stadt im Landkreis Göppingen, etwa 15 Kilometer südöstlich der Kreisstadt und 27 Kilometer nordwestlich von Ulm. Die Stadt liegt schon hinter dem Albtrauf im Tal der Fils, in einem Kessel, in dem mehrere Täler zusammentreffen. Deshalb nennt sie sich Fünftälerstadt. Für Wanderer am Wasserberg ist sie vor allem der Bahnhof am Rand der Alb: Wer ohne Auto ins obere Filstal will, steigt meist hier aus.

Fünf Täler und eine scharfe Kurve der Fils

Welche fünf Täler gemeint sind, beschreiben die Quellen leicht unterschiedlich. Die Stadt nennt das Obere und das Mittlere Filstal, das Rohrachtal, das Eybtal und das Längental; Wikipedia spricht von oberer und unterer Fils, Eyb, Rohrach und Längentalbach. Gemeint ist dasselbe Bild: Die Fils kommt aus Richtung Bad Überkingen mit seinem Thermalbad, knickt in Geislingen nach Nordwesten ab und fließt weiter Richtung Kuchen.

MerkmalAngabe laut Wikipedia
Höhe der Stadtrund 400 bis 465 m
Stadtgründungdurch die Grafen von Helfenstein im frühen 13. Jahrhundert
Erste Erwähnung1108 als «Giselingen», gemeint ist Altenstadt
1396 bis 1802im Besitz der Reichsstadt Ulm
seit 1956Große Kreisstadt

Über der Stadt lag die Burg Helfenstein. Nach der Eroberung von 1552 ließen die Ulmer sie abreißen; ihre Ruine ist heute ein Aussichtspunkt.

Die Geislinger Steige: Straße und Bahnrampe

Der Name «Geislinger Steige» steht für zwei Verkehrswege. Der ältere ist die Straße von Geislingen hinauf nach Amstetten, ein Handelsweg seit der Römerzeit, 1823 bis 1824 ausgebaut und heute Teil der B 10. Bekannter ist die Bahnrampe der Filstalbahn am östlichen Talhang.

BahnrampeAngabe laut Wikipedia
StreckeBahnhof Geislingen (Steige), 469 m, bis Amstetten (Württ), 581 m
Länge5,706 km
Höhenunterschied112 m
größte Steigung22,5 ‰
Bauab 1847, etwa 3000 Arbeiter, Eröffnung 1850

Die Strecke gilt als erste Gebirgsquerung einer Eisenbahn in Kontinentaleuropa. Eine verbreitete Behauptung stimmt dagegen nicht: Die steilste Hauptbahn Europas ist sie nicht, wie Wikipedia mit Beispielen aus Österreich und der Schweiz zeigt. Schwere Güterzüge werden bis heute nachgeschoben. Seit Dezember 2022 fährt ein Großteil des Fernverkehrs über die Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm, die den Anstieg in Tunneln überwindet.

Wer die Steige im Kleinen sehen will: Im Museum im Alten Bau steht nach Angaben der Stadt ein Modell der Strecke im Zustand von 1925 im Maßstab 1:250.

Der Ödenturm über der Stadt

Das Wahrzeichen der Stadt steht auf einem Felssporn über Geislingen. Laut Stadt reicht der Blick von oben über die Albhochfläche und weit ins Filstal. Ausführlicher stellt ihn unsere Wegeseite zum Ödenturm vor; hier das Wichtigste:

Den Weg beschreibt die Stadt so: Vom Wanderparkplatz bei der Burgruine Helfenstein auf dem markierten Albvereinsweg in etwa 20 Minuten, oder ab der Stadtkirche über den Albtraufgängerweg und den Serpentinenweg mit der «roten Gabel» in etwa 45 Minuten. Der Turm ist nur an bestimmten Tagen der Saison geöffnet. Die Zeiten nennen wir nicht, weil die Quellen sie unterschiedlich angeben; maßgeblich ist die Seite der Stadt zum Ödenturm.

Vom Bahnhof Geislingen zum Wasserberg

Der Schwäbische Albverein beschreibt auf seiner Seite zum Wasserberghaus einen Zugang ab Geislingen. Er ist der längste aller dort genannten Bahnzugänge und führt über die Höhen zwischen Geislingen und dem Wasserberg.

AbschnittLaut Albverein
StartBahnhof Geislingen
VerlaufAltenstadter Berg – Oberböhringen – Kuchberg – Tennenberg – Burren – Fränkel
Länge14 km
KarteW230 Geislingen an der Steige (LGL 1:25.000)

Eine Gehzeit nennt der Albverein nicht; plane großzügig, denn sie hängt von Tempo und Pausen ab. Wer es kürzer mag, fährt mit der Bahn ein paar Stationen weiter Richtung Stuttgart: Ab Bahnhof Gingen sind es laut Albverein 7 km auf dem HW 1. Vor dem Aufbruch: Wege ändern sich und können gesperrt sein. Prüfe die aktuelle Lage, nimm die Karte und eine Lampe für den Rückweg mit, und im Notfall gilt 112.

Diese Website ist nicht das Wasserberghaus. Ob die Hütte am Ziel geöffnet hat, steht auf wasserberghaus.com.

Wandern ab Geislingen

Die Stadt wirbt mit über 100 Kilometern Rundwanderwegen. Als beliebte Aussichtspunkte nennt sie die Burgruine Helfenstein, den Ödenturm und das Ostlandkreuz auf der Schildwacht, das seit 1950 über der Stadt steht. Die Felsen am Trauf können, so die Stadt, «auch mal mit alpinen Bedingungen» überraschen; feste Schuhe gehören dazu.

Talaufwärts im Täle liegen weitere Ziele: die Wallfahrtskirche Ave Maria bei Deggingen und, auf der anderen Seite des Wasserbergs, die Gemeinde Schlat. Nach Norden führt der Albsteig über die Kuchalb, einen Weiler von Donzdorf: Mehr dazu auf der Seite zur Kuchalb. Alle Ziele zusammen zeigt die Übersicht der Ausflugsziele, und wie alles zusammenhängt, erklärt der Wanderführer Wasserberg.

Häufige Fragen

Warum heißt Geislingen «an der Steige»?

Wegen des Albaufstiegs durch das Rohrachtal nach Amstetten. Der Name meint die alte Straße, heute Teil der B 10, und die 1850 eröffnete Bahnrampe der Filstalbahn.

Ist die Geislinger Steige die steilste Bahnstrecke Europas?

Nein. Mit höchstens 22,5 ‰ ist sie steil, aber mehrere Hauptbahnen in Österreich und der Schweiz haben laut Wikipedia größere Steigungen.

Wie komme ich vom Bahnhof Geislingen zum Wasserberghaus?

Der Albverein beschreibt einen 14 km langen Weg über Altenstadter Berg, Oberböhringen, Kuchberg, Tennenberg, Burren und Fränkel. Ab Bahnhof Gingen sind es 7 km.

Wann ist der Ödenturm geöffnet?

Nur an bestimmten Tagen der Saison. Weil die Quellen die Tage unterschiedlich angeben, nennen wir keine Zeiten; maßgeblich ist die Seite der Stadt Geislingen.

Was bedeutet Fünftälerstadt?

In Geislingen treffen fünf Täler zusammen. Die Stadt nennt das Obere und Mittlere Filstal, das Rohrachtal, das Eybtal und das Längental.